Zweimal Mendelssohns „Elias“ aufgeführt

Die Geschichte des Propheten Elias stand im Mittelpunkt des diesjährigen Herbstprojekts des Jungen Chores der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. Gemeinsam mit dem Kammerorchester Stuttgart der Neuapostolischen Kirche musizierten die über 80 Sängerinnen und Sänger des Jungen Chores unter Leitung von Frank Ellinger am 22. Oktober in der Evangelischen Stadtkirche Bad Wimpfen sowie am Folgetag in der Neuapostolischen Kirche Stuttgart-Süd vor jeweils voll besetztem Haus.

Der Chor umriss eindrucksvoll den musikalischen Spannungsbogen: vom „stillen sanften Säuseln“ des sich nahenden Herrn über die fanatische Götzenanrufung („Baal erhöre uns“) bis hin zum apokalyptischen Fortissimo gegen Elias: „Tötet ihn!“

Das Kammerorchester Stuttgart setzte die bereits in der Ouvertüre klanglich aufwachsende Dürre dramatisch um und begleitete sowohl Chor als auch Solisten mitreißend und pointiert.

Johannes Mooser, der kurzfristig für den erkrankten Christoph Schweizer eingesprungen war, stellte einen kraftvollen Elias dar, der den Fluch über das götzenanbetende Volk des Nordreichs Israel verkündete, ein totes Kind zum Leben erweckte, sich heftig mit den Baalspriestern um den wahren Gott stritt und schließlich im feurigen Wagen gen Himmel fuhr. Die weiteren Arien und Rezitative der solistisch vertonten Figuren wurden ausdrucksstark von Alies Mack (Sopran), der Altistin Ann-Juliette Schindewolf, Jo Holzwarth (Tenor) und dem Knabensopran Niklas Gebert präsentiert.

Die beiden Ensembles hatten sich in drei Probenwochenenden in Tübingen und Stuttgart auf die Konzerte vorbereitet. Dabei stand neben der Musik auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Werk im Vordergrund.

Das Publikum in Bad Wimpfen und Stuttgart lohnte den Musikern den mehr als zweitstündigen fulminanten Auftritt mit anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen.

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